YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

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Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in „Killer Instict“ und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

Ich sah das Spiel zum ersten Mal auf dem SNES in einem Kaufhaus und wusste gleich: Das will ich haben! Das Spiel orientierte sich in Präsentation und Gameplay ganz klar an „Super Street Fighter 2„, mit farbenfrohen und schön animierten Hintergründen, vielen Kämpfern, verschiedene Modi, Super Special Moves, etc. Was konnte da schon schief gehen?

Eigentlich nichts, sollte man meinen. Es sei denn, Konami hätte nicht den naheliegenden Weg gewählt und das gleiche Spiel für alle 3 Systeme herausgebracht, sondern jeder Konsole ein eigenes, deutlich anderes Spiel spendiert. Ihr ahnt es schon: Genau das war der Fall! Was bedeutet das nun konkret für die Mega-Drive-Version?

Die Riege der Kämpfer besteht aus 8 teilweise anderen Charakteren als in der SNES-Version, die mit 10 Kämpfern auftrumpfen kann. Diese 8 treten hier vor zwar auch sehr schön gezeichneten aber leider nur recht leblosen Hintergründen gegeneinander an. Dafür spielen sich die Kämpfe in machen Stages nun teilweise auf mehreren Ebenen ab, ähnlich wie in „Mortal Kombat 3“: Wird einer der Kämpfer in einer Runde 2 Mal geworfen, bricht er sozusagen durch den Boden und landet eine Ebene tiefer wo der Kampf dann, sogar mit neuer Musik, weitergeht (z.B. bei 22:13 und 24:00).

Die Steuerung wurde auf das 3-Button-Gamepad des Mega Drive ausgerichtet, mit je einer Taste für Schlag, Tritt und Verhöhnung des Gegners. Letztere Taste ist auch für die Durchführung sogenannter „Desperation Moves“ zuständig: Blinkt Eure Energieleiste rot, könnt ihr den Kampf mit einem solchen Kombo-Move ganz schnell doch noch zu Euren Gunsten entscheiden, da er dem Gegner unheimlich viel Schaden zufügt (z.B. bei 18:35). Da meinem Exemplar des Spiels damals kein Handbuch bei lag, wusste ich lange nichts von diesen Moves, die mir den einen oder anderen Frustmoment hätten ersparen können. Denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist nicht gerade niedrig.

Während der Tournament Mode am SNES tatsächlich als Kampfsport-Turnier inszeniert ist, gilt es hier in selbigem einfach bis zu 88 Gegner in Folge zu überleben. Im normalen 1-Spieler-Modus ist das Ziel des Spiels die Befreiung des Sensei der Turtles, Master Splinter, aus den Fängen des in Dimension X geflüchteten Krang. So richtig wird dem Titel des Spiels also keiner der Modi gerecht, wie ich finde.

Langer Rede kurzer Sinn: Ist die MD-Version denn nun schlechter als die für die Konkurrenzkonsole von Nintendo? Definitiv nicht, trotz der zahlreichen Unterschiede zur SNES-Version ist die MD-Version dennoch sehr gut, das Spiel könnte, wie gesagt einen Tacken einfacher sein, aber es sieht sehr gut aus, spielt sich sehr geschmeidig und die Musik und die vielen Sprachsamples sind echt klasse! Ihm fehlt leider der arcadige Street-Fighter-Charme der SNES-Version, die mir aus diesem Grund einfach besser gefällt.

Die Spiele sind bis heute leider alle exklusiv als Modul auf der jeweiligen Konsole erschienen, es gab von keinem einen Re-Release auf anderen Systemen / Formaten. Da die Lizenz an den 4 grünen Recken inzwischen von Konami über Ubisoft auf aktuell Activision überging, wird sich daran leider in absehbarer Zeit auch nichts ändern.

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