Emulation – Neues Leben für alte Spiele

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Eigentlich wollte ich mir gerade „Neo Turf Masters“ kaufen, weil ich dachte, ich hätte es noch nicht, aber glücklicherweise war es doch bereits in der NeoGeo 25th Anniversary Collection enthalten, die ich bereits 2015 im Humble Store kaufte. Diese ist inzwischen als Neo-Geo Classic Complete Collection verfügbar, enthält die gleichen 23 Spiele und ist auf Windows, Mac und Linux lauffähig. Ganz ohne DRM, für sehr faire 34,99€ im Bundle, in Paketen ab 11,99€ oder ab 3,99€ pro einzelnem Spiel.

Echt, ich liebe solche Collections und Compilations total! Jede Menge guter Retro-Spiele zu fairen Preisen, da können mich die ganzen „Sammler“ mit Ihren Wucherpreisen auf Ebay & Co. mal kreuzweise. Klar wäre es toll, auch mal Fotos der eigenen meterlangen und prall gefüllten Spielregale twittern zu können, aber ich kann mir das leider weder räumlich noch finanziell erlauben. Deswegen lege ich inzwischen auch keinen gesteigerten Wert mehr auf physikalische Medien und nutze gerne Downloadplattformen wie Steam, Humble Bundle / Store, GOG, etc. um meiner Sammelleidenschaft zu frönen und meinen Bedarf an Retro-Spielen zu decken.

Natürlich läuft das bei älteren Spielen in den meisten Fällen auf einen Sourceport oder eine Emulation hinaus, sei es ein selbst geschriebener Emulator z.B. von DotEmu oder ein DOSBox, wie es bei GOG z.B. häufig zum Einsatz kommt. Aber auch darin sehe ich mehr Segen denn Fluch, denn (gute) Emulatoren bieten inzwischen echten Mehrwert gegenüber klassischen Konsolen: Man kann den Controller seiner Wahl nutzen, hat auch am 4K-TV (sofern vorhanden) immer ein gestochen scharfes  und optional oft sogar aufgebessertes Bild. Teures Zubehör wie z.B. Memory Cards oder Upscaler sind nicht mehr nötig, Ladezeiten sind oft kürzer, das Handling bequemer, Ländersperren entfallen, man kann oft pausieren, speichern und laden, wie es einem passt, etc. Und so mancher Emulator ermöglicht sogar das Spielen mit- oder gegeneinander über das Internet!

Viele Hardcore-Retrospieler rümpfen jetzt vermutlich wieder die Nase und werden mir erzählen wollen, dass nur echte Hardware das echte Gefühl wiedergibt und alles andere nichts tauge. Aber das ist in meinen Augen Quatsch! Klar, ein hydraulisch bewegtes Deluxe-Arcadecabinet in der Spielhalle ist ein ganz anderes Erlebnis als als das gleiche Spiel in MAME daheim vor dem PC oder TV zu spielen, keine Frage. Aber ob das Mega-Drive-, SNES-, Neo-Geo- oder Playstation-Spiel, das jetzt gerade auf dem heimischen TV läuft, tatsächlich auf der  Originalkonsole oder im  Emulator am PC läuft ändert am Spiel an sich, wenn man es mal nüchtern betrachtet, rein gar nichts, vorausgesetzt natürlich, es ist gut emuliert. Ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel. Aber das ist eine grundsätzliche Glaubensfrage, die nicht Thema dieses Beitrags sein soll.

Mich beschäftigt eine ganz andere Frage: Warum gibt es nicht mehr solcher Compilations oder Re-Releases auf Basis von Emulatoren? Obwohl die Nachfrage und das Interesse an Retro-Spielen so hoch ist wie nie, werden die Möglichkeiten, die alten Klassiker aus dem eigenen Portfolio wieder auf die Bildschirme dieser Zeit zu bringen, meiner Meinung nach von viel zu wenig Entwicklern und Publishern genutzt. Dabei wäre es doch für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Die Publisher / Entwickler könnten mit relativ wenig Aufwand ihre alten Spiele neu veröffentlichen, die Fans kämen für überschaubare Ausgaben in den Genuss, sie (wieder) (legal) spielen zu können. Und die Auswahl wäre oft enorm!

Natürlich werden immer wieder einzelne Spiele oder Bundles neu veröffentlicht, z.B. auf der Virtual Console von Nintendo oder in den Stores auf Xbox Live und Playstation Network. Aber das geschieht in doch eher homöopathischen Dosen und oft mit einer ähnlich fragwürdigen Preisgestaltung wie auf Ebay & Co. Auch diverse Collections, z.B. von Namco, existieren bereits, aber variieren z.B. im Inhalt teilweise deutlich von Plattform zu Plattform, warum auch immer. Und wirklich viel zu oft sind leider die verwendeten Emulatoren einfach qualitativ nicht gerade die 1. Wahl. Was leider, mit Ausnahme des „NES Classic Mini“, in der Regel auch auf die diversen Konsolen zutrifft, mit denen immer wieder Spiele gebundelt auf den Markt kommen:

Dass leider nicht jedes Spiel einfach so neu veröffentlicht werden kann leuchtet mir natürlich auch ein, oft verhindern beispielsweise nicht mehr verfügbare Lizenzen einen Re-Release, wie z.B. bei Sega mit den alten „OutRun„-Spielen, die sie ohne Modifikationen daran nicht mehr veröffentlichen können, weil sie die Lizenz von Ferrari nicht mehr haben. Ein weiterer Grund ist, dass viele der ursprünglichen Entwickler / Publisher heute gar nicht mehr existent sind und die Lizenzen für ihre Spiele mit ins Grab genommen haben.

Aber so viele richtig gute Spiele sind heute trotz vorhandener und eindeutig zugeordneter Lizenzen legal einfach nicht mehr oder nur noch zu teilweise horrenden Summen erhältlich. Und letzteres auch nur auf dem Gebrauchtspielemarkt, Publisher und Entwickler sehen da also keinen Cent mehr. Warum starten da nicht viel mehr Rechteinhaber Initiativen, diese offensichtliche Versorgungslücke mit Hilfe von Emulatoren zu schließen, die Spiele vor dem endgültige Vergessenwerden zu bewahren, nebenbei ein wenig Fanservice zu bieten und dabei noch den einen oder anderen Euro zu verdienen?

Frank Cifaldi, seines Zeichens Gründer und Vorsitzender der Video Game History Foundation, schlug mit seinem fantastischen Beitrag  „It’s just emulation! – The challenge of selling old games“ auf der Game Developers Conference  2016 bereits in die gleiche Bresche:

Emulation is the cheapest, safest and best way to republish an older game on modern hardware.

(Emulation ist der billigste, sicherste und beste Weg um ein älteres Spiel auf moderner Hardware wieder zu veröffentlichen.)

(Hätte ich diesen Beitrag eher gefunden, hätte ich mir meinen hier eigentlich sparen können. 😉) Ich kann mich dem nur anschließen: Liebe Publisher, Entwickler, sonstige Rechteinhaber, nutzt doch bitte die sich bietenden Möglichkeiten, anstatt das Thema Emulation einfach grundsätzlich mit Raubkopien gleichzusetzen! Dass beide Themen eine gemeinsame Schnittmenge bilden, will ich gar nicht leugnen. Aber sie sind keinesfalls gleichbedeutend, denn Leute, die sich heute noch für diese Spiele begeistern, sind auch bereit, angemessene Preise dafür zu zahlen! Ihr müsst nur dafür sorgen, dass die Spiele legal verfügbar und bezahlbar sind. Schaut doch mal auf Ebay, wie viele Eurer alten Spiele selbst für völlig unangemessene Preise tagtäglich noch den Besitzer wechseln!

Und hört bitte mit der alten Leier auf, Emulatoren wären, weil sie Raubkopien begünstigen würden, nicht geschäftlich sinnvoll! Der Zug ist doch nun wirklich abgefahren, so gut wie jedes Eurer älteren Spiele kann inzwischen kostenlos irgendwo heruntergeladen und auf so gut wie jedem System mit mindestens einem Emulator gespielt werden. Und das schon seit MS-DOS-Zeiten! Die Frage, die Ihr Euch also stellen solltet ist demnach nicht, ob jemand einen Emulator nutzt, sondern welchen: Den frei erhältlichen mit dem kostenlos gezogenen Rom? Oder den evtl. von Euch zur Verfügung gestellten mit dem legal dazu erworbenen Spiel? Ihr habt nichts mehr zu verlieren und könnt doch nur noch gewinnen!

Ihr müsstet es nur richtig aufziehen. Es gibt z.B. einige echt schön aufgemachte Sammlungen, wie z.B. die um 2012 herum veröffentlichten „Sega Vintage Collections“ auf Xbox Live, die noch gar nicht so alte „Mega Man Legacy Collection“ oder die auch erst kürzlich erschienene „Disney Afternoon Collection“ (beide von Capcom), die zwar klasse aufgemacht sind, aber mit jeweils 3 bzw. 6 Spielen nur eine sehr begrenzte Auswahl enthalten. Trotzdem freue ich mich über jede davon! Viel sinnvoller finde ich aber „modulare“ Collections wie z.B. die „SEGA Mega Drive and Genesis Classics“ auf Steam. Leider kamen da schon ewig keine weiteren Spiele mehr nach, bis heute gibt es beispielsweise kein einziges Rennspiel in dieser Sammlung. Und leider verwendet Sega hier einen in der Unity Engine eingebetteten Emulator, der mehr schlecht als recht läuft und unter mittelmäßigem Ton und schwankenden Bildwiederholraten selbst auf leistungsfähigen PCs leidet. Die gleichen Spiele laufen übrigens wunderbar und problemlos in anderen frei erhältlichen Emulatoren (z.B. Kega Fusion), selbst auf älteren PCs.

Lässt man die qualitativen Mängel aber einmal beiseite, findet man ein an sich sehr interessantes Konzept vor: Alle Spiele können entweder einzeln (fast alle für sehr faire 2,49€), in Paketen (zu je 7,50€) oder alle auf einmal (55 Spiele für schlappe 58,99€!) gekauft werden, tauchen dann, alle schön in einem virtuellen Regal im Zimmer dargestellt, im schönen, animierten Frontend auf und können von da konfiguriert und gestartet werden. Ähnlich und qualitativ besser macht es Code Mystics „Atari Vault“ (auch Steam, schlappe 9,99€!), das ganze 100 Atari-2600-Spiele mitbringt und auch zukünftig mit DLCs erweitert werden soll. So, liebe sonstige Rechteinhaber, könnten auch Eure Spiele wieder an Mann und Frau kommen, völlig legal, völlig einfach!

Und das wäre (ganz grob umrissen natürlich) auch schon alles, was einmalig getan werden müsste: Man müsste einen guten Emulator lizenzieren oder (mit)entwickeln, im Idealfall für mehrere Systeme, z.B. NES und SNES. Dieser müsste auf möglichst vielen aktuellen Plattformen laufen (was heute oft schon der Fall ist, s. MAME). Dann bräuchte der noch ein schickes und einfach zu bedienendes Frontend. Et voilà – Euer Zeitreisetunnel für das gesamte Retroportfolio! Danach könnte man jederzeit ein Spiel nach dem anderen dafür oder damit veröffentlichen, als kleines, plattformunabhängiges Downloadpaket mit dem Rom, einem digitalen Handbuch und evtl. optionalen Artwork für den Emulator / das Frontend. Oder jedes Spiel als Gesamtpaket mit dem Emu, wie es z.B. DotEmu und SNK mit ihren Spielen tun. Steam und die jeweiligen Stores auf den Konsolen könnten,sofern verlangt, mit dem jeweiligen DRM dafür sorgen dass Schindluder so gut es geht vermieden wird (Obwohl der Zug, wie gesagt, eh längst abgefahren ist.) – Zack, fertig! Wie John Connor 1994 schon zu sagen pflegte:

Leicht verdientes Geld!

Die Basis müsste einmalig geschaffen werden, die Preise müssten vertretbar sein, die Fans wären glücklich, die Abzocker auf Ebay eher nicht. Es könnte so schön sein…

Wie denkt Ihr darüber? Wäre / ist Emulation für Euch eine Alternative zu überteuerten Gebrauchtspielen? Oder lasst ihr nichts an Eure Sammlung echter Konsolen und Module rankommen? Und hättet Ihr lieber ein „SNES Classic Mini“ oder wäre Euch eine erweiterbare „SNES Classic Collection“ auf PC/Konsole lieber?

13 Kommentare

  1. Seh es ähnlich, Emulatoren sind der Hit. Eigentlich möchte ich nur die ROM Dateien haben um sie dann gemütlich an meinem RetroPie spielen zu können. Und das völlig legal bitte. Sega und Atari zeigen doch das es geht. Jetzt müssen nur noch die anderen nach ziehen.

  2. Sehr schöner Artikel, den ich in unserem heutigen Lesenswert gern verlinken werde. Wenn du Zeit es zulässt, schreib ich später noch einen längeren Kommentar. 🙂

    In der Zwischenzeit ein Link, weil mir der zu dem Thema direkt einfiel: https://chi-scroller.com/2016/07/15/top-five-plug-n-play-consoles-of-all-time/

    Ich selbst arbeite derzeit übrigens an einem (möglichst vollständigen) Übersichts-Artikel über verfügbare legale Emulationen und Portierungen von Nintendo 64-Spielen. Wird hoffentlich diesen Monat noch fertig.

    1. Danke für das Lob! Das mit den legal erhältlichen N64-Spielen klingt sehr interessant, das ist leider eine der Konsolen die ich selbst nie hatte und wo mir sicher auch der eine oder andere gute Titel bisher entgangen ist. Spontan fällt mir bei, N64 leider nur die Virtual Console von Nintendo ein, auch ein guter Ansatz aber durch die konsolengebundenen Käufe, ohne Möglichkeit die Spiele dann auch auf einem anderen Gerät spielen zu können, für die Spieler leider auch eher suboptimal umgesetztes Konzept. Aber vielleicht findest Du ja den einen oder anderen Port, den ich nicht kenne.

      1. Die Virtual Console macht da natürlich den Löwenanteil aus und empfehle ich – trotz der von dir genannten Einschränkung – als erste Anlaufstelle. Im Laufe der Jahre sind aber doch auch einige – teils ungewöhnliche und exotische – Aufritte von N64-Spielen auf anderen Konsolen zusammengekommen. Deswegen finde ich, dessen Spielerkarriere auf dem N64 angefangen hat, die Thematik auch so spannend. Im Laufe der nächsten zwei, drei Wochen sollte der Artikel fertig werden. 🙂

  3. Das Thema hatte ja Eric auch schon bei sich auf dem Blog angesprochen und wir sind uns offenbar alle einig, dass die Publisher hier leichtes Geld verdienen könnten. Schon allein der Erfolg des NES Mini ist doch ein deutliches Zeichen, aber irgendwie wollen oder können die nicht verstehen, dass letztlich alle von solchen Re-Releases profitieren würden. Wie du schon sagst, so gut wie alle älteren (und eigentlich auch fast alle aktuelleren) Spiele sind sowieso schon gerippt und irgendwo ins Netz gestellt worden. Bei manchen Spielen hat man fast keine andere Wahl mehr als zum Emulator und zur Kopie aus dem Netz zu greifen. Natürlich ist es toll, wenn man daheim Regale voller Spiele aus den alten Zeiten, mit Hülle und Anleitung hat, aber obwohl ich selbst auch leidenschaftlich sammle, würde ich auch von solchen Neuauflagen profitieren. Meine Sammlung würde zwar im Wert fallen, aber dafür käme ich wieder etwas günstiger an weitere Titel und ich habe Spiele sowieso noch nie als Wertanlage betrachtet. Außerdem darf man bei dem Thema ja auch den Aspekt der Archivierung nicht vergessen. Man könnte die Entwicklungen des Mediums viel besser für die Nachwelt bewahren, wenn auch die Studios selbst mal wirklich aktiv an der Portierung/Emulation mitwirken würden statt das immer knurrend den Hobbydevs zu überlassen.

    1. Gerade Nintendo ist leider so ziemlich der größte Gegner von Emulation, onwohl gerade die mit der Virtual Console gut Geld zu scheffeln scheinen. Aber vielleicht hat der Erfolg des NES-Mini ihnen tatsächlich etwas die Augen geöffnet und wir werden noch mehr Mini-Konsolen mit guten Spielen bekommen. Digital oder auf Disc veröffentlichte Compilations fände ich zwar aus Platz- und Umweltgründen besser, ich würde mich aber auch über Konsolen freuen, Nintendo kam in meiner bisherigen Laufbahn als Spieler leider immer viel zu kurz, da gibt es auch noch so einiges, was ich gerne nachholen würde.

  4. Wohoo! Habe deinem Beitrag zum Anlas genommen wieder in Steam zu stöbern und was sehen meine entzündeten Augen? Atari Vault gibts jetzt auch für den Mac!
    Bezüglich dem Spiele-Sammeln habe ich das gleiche Problem wie du: Weder Platz, noch ausreichend Geld ist da um wirklich alles zu sammeln. Ich stürze mich eher auf ausgewählte Spiele (meistens die, welche ich auch als Kind hatte) oder – so wie du – auf Collections am Computer oder aktueller Konsole.

    Warum es nicht mehr Collections gibt ist auch mir schleierhaft, denn wie du richtig geschrieben hast: Es ist keine Hexerei an Emulatoren und Roms zu kommen. Eine einfache Google Suche führt hierbei sogar schon zum Ziel. Warum also nicht das Vorhandene nochmals ohne großen Aufwand vermarkten? Ich bin übrigens kein Fan von „Halben Collections“ mit Zukauf-Option. Viel zu gefährlich, dass ich wegen meinen Komplettheitswahn zu viel Geld ausgebe. Wie bei den Sega-Spielen auf Steam, die ich gottseidank damals bei Bundlestars recht günstig bekommen habe…

    Ich kann dieses „Nur der alte Cartridge in der OriginalKonsole gibt das echte Feeling wieder“ auch nicht mehr hören, da es schlichtweg nicht stimmt. Dazu wäre erstens ein Röhrenfernseher ebenfalls notwendig, sowie meine alte Wohnung und meine alten Freunde, denn um das „alte Feeling“ wiederzugeben benötigt man mehr als die Originalhardware. Da dieses Drumherum einfach nicht wiederherstellbar ist, ist es unmöglich das „alte Feeling“ nochmal zu erleben. Also: Es ist vollkommen egal, auf welchem System das Spiel gespielt wird, solange es halbwegs unverfälscht wiedergegeben wird. Oft ist ein Emulator sogar die bessere Wahl, denn ein Atari oder C64 Spiel kann ohne Videofilter auf einem 55″ LCD zu Netzhautablösungen führen…

    Bezüglich den Controllern kann ich dir nur teilweise Recht geben. Klar ist es ein Vorteil, dass man den Controller frei wählen kann, aber gerade bei Megadrive Spielen macht es aufgrund der Buttonanordnung einen großen Unterschied, ob mit PS4 oder den Originalcontrollern gespielt wird. Für gar nicht so viel Geld gibts aber auch einfach eine USB Version der Sega-Controller für den PC.

    Oh, und übrigens: Wunderschöner Artikel 🙂

    1. Vielen Dank! 🙂 Das mit dem zu viel ausgeben kenne ich, wobei ich schon meistens drauf achte, was ich kaufe. Trotzdem ist immer wieder mal ein Spiel dabei, dass ich nur kaufe, um es zu haben, ich sehe es dann eher als Support für den Entwickler und Publisher uns als Zeichen, dass es Fans gibt denen auch alte Spiele noch Geld wert sind. So kommen natürlich auch mal Dubletten in die Sammlung, ein Extrembeispiel bei mir ist z.B. „Streets Of Rage 2“, das habe ich inzwischen 4 Mal: Einmal einzeln in der Virtual Console der Wii, einmal einzeln auf XBox Live, einmal in der „SEGA Mega Drive Ultimate Collection“ für die 360 (auf Disc) und einmal in der „SEGA Mega Drive and Genesis Classics“ auf Steam. Aber da gibt es wahrlich schlimmeres. 🙂

      So ein USB-MD-Pad will ich mir auch mal zulegen, wenn ich mal günstig ein qualitativ gutes finde. Bis dahin tut es mir noch mein Microsoft Sidewinder USB Gamepad, das hat auch ein 6-Button-Layout und zusätzlich 2 Schultertasten, eine gute Kombi für Emulatoren.

  5. Ich sehe das wie Du. Klar wäre es schön, die Originale der Lieblingsspiele von damals mit den schönen Verpackungen, Karten, Gimmiks usw. im Regal stehen zu haben. Aber eher als Sammelgegenstände, die ich gerne betrachte und hin und wieder zur Hand nehme.

    Und natürlich hätte ich gerne die Automaten Hard Drivin oder Defender bei mir zu Hause stehen. Wer hätte das nicht?

    Da dies aber nicht geht, greife ich auf Emulatoren zurück. Nicht nur bezogen auf Arcade-Automaten. Mein C64 ist defekt. Die Emulatoren sind einfach zu gut; da steht der Aufwand für die Reparatur des C64 die Anschaffung einer Floppy usw. in keinem Verhältnis.

    Eine Alternative wäre es, den C64 mittels MicroSD umzurüsten und sich damit die Floppy und die Wartezeiten zu ersparen. Das ist aber nicht soweit von Emus entfernt. Gut, selbst wenn: Was mache ich mit dem Amiga? Den Atari- und Nintendo-Konsolen? Immer Hardware anschaffen? Wo soll das enden?

    Insofern bin ich froh und dankbar, dass es MAME, haufenweise Emus und so tolle Raspberry-Projekte gibt.

    Viele Grüße
    Ferdi

    1. Das ist auch ein Faktor, der durchaus eine Überlegung wert ist. Klar kann man heute auch solche X-in-1-Konsolen wie Retron 5 und Konsorten kaufen, aber so wirklich gut scheint keine von denen zu sein, ich würde da auch lieber zum besseren Emu greifen. Was aber mit den Disc-basierten Geräten? Ich denke da oft an die DC und deren ständig defekte Laser. Und die Laufwerke der Saturns sollen so langsam auch mehr und mehr ausfallen, habe ich mal gelesen. Das ist dann natürlich auch eine Überlegung: Für einen Saturn mit Multinorm-Umbau kann man inzwischen auch gut 100€ und mehr hinlegen, aber das Risiko, einen zu erwischen dessen Laufwerk nicht mehr so will wie es sollte, ist halt auch immer dabei. Da sehe ich auch eine große Chance für Emulatoren, denn es ist absehbar, dass intakte Konsolen immer rarer und dadurch teurer werden und irgendwann ganz weg sein werden.

  6. Sehe es genauso wie du. Natürlich ist original authentisch und „gut“, aber genauso wie man ghostbusters auf bluray kaufen kann (und vieles mehr, was nicht so bekannt ist), sollte es bei Spielen genauso sein!

    1. Der Meinung bin ich auch. Videospiele sind für viele von uns genau so Teil der Kindheit und Jugend gewesen, wie es diese Filme waren und warum sollen wir diese ersatzlos hinter uns lassen während uns Filme in allen Formaten vor die Nase gehalten werden? Und warum eben nicht als Inhaber der Rechte an diesen Spielen noch ein wenig daran verdienen? Was kann es denn in Summe wirklich kosten, das alte Protfolio neu aufzubereiten, wenn Sega seine MD-Spiele im Bundle für ca. 1 Euro auf Steam verkaufen kann?

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