YesterPlay: Saturday Night Slam Masters (Mega Drive, Capcom, 1994)

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Die frühen 90er waren für Prügelspielfans ein echtes Highlight, so ziemlich jede bekannte Reihe des Genres, sei es „Street Fighter“, „Mortal Kombat“, „King Of Fighters“, etc., sie alle erblickten in diesem Zeitraum das Licht der Welt. Entsprechend groß ist die Auswahl an solchen Spielen, entsprechend variabel natürlich auch die Qualität.

Was sich oft aber nur wenig unterschied, war das Gameplay, viele der Spiele spielen sich im Grunde ähnlich bis gleich. Eine (mir) willkommene Ausnahme waren damals Wrestlingspiele, die sich oft komplexer aber nicht weniger spaßig spielten. Neben Spielen, die man fast als Wrestling-Simulation bezeichnen konnte (wie z.B. „WWF Raw“, „WWF Royal Rumble“, etc.) gab es auch Spiele, die eher klassisches Beat-‚em-Up-Gameplay mit Wrestlingelementen verbanden, wie z.B. „WWF WrestleMania“ und „In Your House“. Oder auch dieses Spiel hier, das Capcom 1993 in die Spielhalle und ein Jahr später auf Mega Drive und SNES nach Hause brachten: „Saturday Night Slam Masters“ (kurz SNSM)

Ich bin damals in der Videothek eher durch Zufall über dieses Spiel gestolpert, ich wollte eigentlich etwas anderes ausleihen, das war aber nicht da und ohne etwas anderes zum Spielen wollte ich auch nicht wieder heimradeln. 🙂 Das sollte aber nicht das letzte Mal sein, dass ich mir SNSM ausgeliehen habe, denn…

Dem Spiel sieht man sofort seine Herkunft an, es sieht den damaligen Topsellern von Capcom, „Final Fight“ und „Street Fighter 2“, mehr als ähnlich. Was wohl auch gewollt ist, da es Verbindungen zu beiden Serien gibt, den Kämpfer Haggar hat man sogar direkt aus Final Fight übernommen. Wer genaueres dazu wissen möchte, lese bitte hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Saturday_Night_Slam_Masters

Das Spiel kommt mit 3 Buttons aus (Es geht doch, Capcom!), einen für Attacken, einen für Sprünge, einen für den Pin um den Kampf zu beenden, wenn der Gegner keine Lebensenergie, klassisch als gelber Balken am oberen Bildschirmrand angezeigt,  mehr übrig hat. Verschiedene Griffe und Würfe kann man ansetzen, indem man Nahe an den Gegner herankommt, den Angriffsbutton drückt und dann mit einer Kombination aus Steuerkreuz und Angriffsbutton eine Aktion auslöst. Gerannt wird durch Doppeldruck nach rechts oder links, dabei sind auch Angriffe möglich. Specialmoves werden oft ähnlich wie in „Street Fighter“ durch Viertelkreisbewegungen oder Mehrfachdruck des Angriffsknopfes ausgelöst. Mit ein wenig Übung klappt das alles sehr gut und intuitiv.

Die Version für den Mega Drive ist leider die Heimportierung, die die meisten Abstriche hinnehmen musste, besonders im Bereich der Grafik : Es fehlen ei paar wenige Effekte beim Einmarsch der Wrestler, die kleinere Farbpalette im Vergleich zu SNES- und Arcade-Version ist hier recht deutlich zu sehen, die Sprites sind etwas kleiner als in der Spielhalle und die Auflösung sichtbar reduziert, wie man an den schwarzen Balken oben und unter dem Bild im Video erkennen kann. Insgesamt hat Capcom aber einen sehr gute Arbeit geleistet, die optischen Abstriche fallen im Spiel kaum ins Gewicht und das Spiel sieht, abgesehen von den erwähnten Änderungen, seinem Spielhallenoriginal sehr, sehr ähnlich!

Auch der 4-Spieler-Modus fehlt, dafür bekam die MD-Version den exklusiven Death Match-Modus, in dem man in einem Ring mit Ringseilen aus Stacheldraht, explosivem Hallenboden und immer wieder in den Ring geworfenen Gegenständen gegen seine Kontrahenten antreten darf.

Besonders gelungen finde ich, für Mega-Drive-Verhältnisse, den Sound. Natürlich erreicht er nicht die Qualität der Spielhallenversion, aber im Vergleich zu vielen anderen Titeln für Segas 16-Bitter sind Musik, Effekte und Samples hier sehr gut umgesetzt!

Alles in allem ist „Saturday Night Slam Masters“ ist eine sehr gelungene Umsetzung eines Spielhallenhits, die auch auf dem Mega Drive zu begeistern weiß. Wer mal etwas anderes als das übliche Gekloppe auf einer Ebene spielen, dabei aber nicht ganz aufs Hiebe austeilen verzichten will, liegt hier goldrichtig!

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