YesterPlay: Daytona USA 2001 (Dreamcast, Sega/Genki, 2001)

Veröffentlicht von
Der 8-Spieler-Deluxe-Automat von „Daytona USA“ des Flipper- und Arcademuseums Seligenstadt in Aktion beim #VSG17

Am 16.9. diesen Jahres fand im Flipper- und Arcademuseum in Seligenstadt #VSG17, das erste Treffen von Lesern, Autoren und Freunden des Retrogaming-Blogs VSG  statt, zu denen auch ich mich zählen darf. Ich freute mich bereits seit Monaten auf das Event, auf neue persönliche Bekanntschaften, das FAMS, Pizza… und auf die Gelegenheit den echten „Daytona USA“-Automaten in der 8-Spieler-Deluxe-Ausführung zu „erfahren“.

Natürlich musste ich zwei Tage vor dem Treffen eine fette Erkältung bekommen und konnte leider nicht teilnehmen. 🙁 Um nun nicht nur den ganzen Tag #VSG17 traurig bei Twitter mitzuverfolgen und weil ich eben Bock auf „Daytona“ hatte, nutzte ich die frei gewordenen Zeit und die Rechenleistung meines neuen PCs und spielte im Emulator ein wenig „Daytona USA 2001“. Womit wir nun beim eigentlichen Thema dieses Beitrags wären:

Cover der PAL-Version von „Daytona USA 2001“ für Sega Dreamcast

Als Sega 2001, sieben Jahre nach dem extrem erfolgreichen Erstling und 3 Jahre nach dem nicht ganz so erfolgreichen, meiner Meinung nach aber ebenso guten zweiten Teil, endlich ein neues „Daytona“ auf der Dreamcast veröffentlichte, waren die Erwartungen natürlich entsprechend hoch. Viele rechneten damals mit einer Portierung von „Daytona USA 2„, nachdem zuvor mit „Virtua Fighter 3tb“, „Sega Rally 2“, „Virtual-On: Oratorio Tangram“ und „Virtua Striker 2“ bereits mehrere populäre Model-3-Spiele aus der Spielhalle auf die Dreamcast geholt wurden.

Sega entschied sich aber für etwas völlig anderes: Statt tatsächlich „Daytona USA 2“ auf die Konsole zu portieren, wurde das originale „Daytona USA“ grafisch in etwa auf dessen Stand gebracht und inklusive aller Strecken der Championship Circuit Edition neu veröffentlicht. Zu diesen 5 kamen 3 weitere, nagelneue Strecken, eine Reihe neuer Fahrzeuge und ein Onlinemodus (leider nur in den USA und Japan) hinzu, was „Daytona USA 2001“ zum umfangreichsten Spiel der Reihe bisher machte.

„Tokyo Highway Challenge 2“ von Genki für Sega Dreamcast

Bei der Entwicklung bekam Sega Unterstützung von Genki, die zuvor bereits mit den beiden „Tokyo Highway Challenge“-Spielen zwei sehr gute Rennspiele für die Dreamcast entwickelten und einige der Mechaniken des zweiten Teil in „Daytona USA 2001“ einfließen ließen.

Logo von Infogrames Entertainment, SA

Auch beim Publishing musste Sega sich notgedrungen Unterstützung suchen: Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass Sega sein eigenes Spiel auf der eigenen Konsole nicht selbst veröffentlichte, sondern das über Infogrames Interactive tat, in Japan und Nordamerika war Hasbro Interactive der Publisher. Wie kam es zu dieser etwas ungewöhnlichen Konstellation? Sega hatte zu diesem Zeitpunkt schlicht und ergreifend keine Rechte mehr an der Marke „Daytona“. Damit das Spiel nun unter diesem Namen erscheinen konnte, musste Sega also den entsprechenden Rechteinhaber mit ins Boot holen. Und das war damals der Publisher Hasbro, der die Lizenz für die Nascar- Videospiele und damit irgendwie auch an der Marke Daytona inne hatte. Hasbro wurde aber Anfang 2001 komplett an Infogrames in Frankreich verkauft, die dann den Vertrieb in Europa übernahmen.

Auch wenn ich es sehr schade finde, dass es für die PAL-Version von vorne herein keinen Onlinemodus gab und dass nicht eine einzige Strecke aus „Daytona USA 2“ im Spiel enthalten ist, ist „Daytona USA 2001“ ein sehr gutes Rennspielspiel mit sehr viel Arcadeflair geworden. Einzig die Steuerung fällt durch ihre Hypersensibilität etwas negativ auf, durch entsprechende Einstellungen im Optionsmenü wird es aber spielbarer, ein Lenkrad soll die Steuerung noch kontrollierbarer machen. Wer das Original liebte, wird sicher auch mit dieser Neuauflage Spaß haben!

„Daytona USA 2001“ ist bis heute Dreamcast-exklusiv geblieben, es kam noch auf keiner anderen Konsole oder als Downloadtitel heraus.

3 Kommentare

  1. Toller Artikel, da hätte ich sofort wieder Lust auf eine Runde Daytona zu 8. Optisch kommt die Dreamcast-Version dem Automaten offensichtlich sehr nahe. Schade, dass die Steuerung wohl zu sensibel ist. Was gefällt Dir eigentlich besser, die MAME-Version oder die der Dreamcast? Die Daytona ++ Version scheint ja richtig gut zu sein. Muss ich unbedingt mal ausprobieren.

    1. Optisch ist die Dreamcast-Version dem Automaten weit voraus. Dito im Umfang. Nur eben die Steuerung ist schlechter umgesetzt. Sebst mit Lenkrad am Emu spielt es sich nicht so gut wie die Arcadeversion. Deswegen bleibt die mein Favorit, macht echt Laune, egal ob mit oder ohne hochauflösende Texturen. Wenn Du Hilfe bei der Einrichtung brauchst, rühr Dich!

Kommentar verfassen