YesterPlay: Doom (PS1, Williams Entertainment, 1995)

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Die Playstation-Version von „Doom“ und „Final Doom“ hatte ich bis vor kurzem so gar nicht auf dem Schirm, weil ich bisher immer davon ausging, dass sie 1:1 der PC-Fassung entsprächen. Erst nach einem Kommentar von einem österreichischen Kollegen (Hallo RetroPixels!), der mir die PS-Versionen wärmstens empfahl, entschied ich mich, mir diese doch mal genauer anzuschauen und ergatterte im englischen Ebay ein neuwertiges „Doom“ für die PS1.

Eigentlich hätte man das Spiel „The Ultimate Doom 2“ nennen können, es beinhaltet nämlich nicht nur das erste Spiel in der Version „The Ultimate Doom“, sondern auch gleich noch den Nachfolger „Doom 2“. Beide Spiele sind separat  auswählbar, jedoch nicht mehr, wie am PC in einzelne Episoden unterteilt, sondern Level für Level spielbar.

Tatsächlich unterscheidet sich diese Version aber auch grafisch von der für den PC: Die Statusleiste ist dunkler und etwas anders angeordnet, darüber hinaus fällt sofort auf dass die Level von den Versionen für die älteren Modulkonsolen übernommen wurden, sie enthalten etwas weniger Geometrie und teilweise andere (und weniger) Texturen als die Originalversion für MS-DOS. Dafür kann das Spiel jetzt mit schöneren Farben und unterschiedlich beleuchteten Räumen aufwarten, ebenso wie mit transparenten Texturen.

Der offensichtlichste Unterschied ist aber akustischer Natur: Im Gegensatz zu den von Heavy-Metal-Songs inspirierten MIDI-Stücken am PC ertönen hier eher bedrohlich düstere Klangteppiche im Hintergrund. Diese stammen von Aubrey Hodges, der auch die Musik für „Doom 64“ lieferte und dafür sogar einige der Titel aus der Playstation-Version übernahm.

Die schickere Beleuchtung und die beklemmenderen Hintergrundgeräusche schaffen tatsächlich eine etwas erdrückendere Atmosphäre als am PC, wenn auch nicht in dem Maße wie in „Doom 64„.

Etwas schade finde ich, dass das Spiel keine Analogsticks unterstützt, so muss man mit den L- und R- Tasten oder durch gedrückt halten einer frei wählbaren Taste zur Seite ausweichen. Enttäuscht hat mich auch die niedrige Framerate des Spiels, gerade im Hinblick darauf dass die etwas abgespeckten Level aus den vorherigen Konsolenfassungen verwendet wurden, hätte ich eine bessere Performance erwartet, zumal die PS1 ja über einen extra 3D-Chip verfügte. Vielleicht liegt es aber auch daran dass ich die PAL-Version habe, die früher öfter etwas langsamer als die NTSC-Versionen waren.

Von diesen 2 kleinen Kritikpunkten abgesehen ist „Doom“ für die Playstation aber ein sehr gutes Spiel und die vermutlich beste Konsolenversion des id-Software-Klassikers. Ich muss aber sagen, dass ich die Preise, die hierzulande mittlerweile dafür aufgerufen werden, nicht mehr ausgeben sondern lieber die PC-Version für ein paar Euro kaufen und mit einer guten Engine, z.B. GZDoom oder Zandronum, spielen würde. Das Spiel wird meist ab ca. 40€, selbst für die Platinum-Version, angeboten, ich hatte Glück und habe umgerechnet ca. 20€ gezahlt, was meiner Meinung nach gerade noch ok ist.

In den nächsten Tagen dürfte auch die Playstation-Version von „Final Doom“ eintrudeln, die ich bei einem Genossen aus der Schweiz gekauft habe, mal schauen wie sehr die sich vom Original unterscheidet. Ich freue mich schon drauf!

3 Kommentare

  1. Danke für den großen Doom-Vergleich, jetzt solltest du bald alle wichtigen Versionen durch sein 🙂
    Die niedrige Framerate ist mir damals gar nicht aufgefallen, allerdings ist mir die von dir erwähnte Transparenz und die stimmungsvolle Musik in Erinnerung geblieben. Dass nur der linke Analogstick unterstützt wird ist extrem schade und unverständlich – vielleicht ist dies dem frühen Release 1995 geschuldet?

    1. Hätte ich „Doom“ damals in den 90ern gespielt, wäre mir die Framerate vermutlich auch nicht aufgefallen, ich bin vielleicht auch zu sehr von den modernen Sourceports verwöhnt, dank derer „Doom“ in mindestens 60 FPS über den Bildschirm huscht.

      Das nur der linke Stick funktioniert rührt wohl daher, dass „Doom“ recht früh erschien und es da noch keinen Analogcontroller oder gar DualShock gab. Vielleicht ist das sogar dem Emulator (epSX) zu verdanken, dass er überhaupt geht?!

      Ich wollte übrigens gar keinen „großen“ Vergleich von „Doom“ machen, dann müsste ich ja auch die Versionen für SNES, Jaguar, Saturn (noch niedrigere Framerate, was ich so gesehen habe), 3DO, GBA, MS-DOS, etc. spielen. Das Spiel wurde ja offiziell schon für so viele Systeme portiert, von den ganzen inoffiziellen Ports will ich da gar nicht anfangen. Obwohl ich so ein, zwei Sourceports evtl. noch gerne vorstellen möchte…

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