YesterPlay: Dragon’s Fury (Mega Drive, Technosoft, 1992)

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So schön ein echter, physikalischer Flipperautomat auch ist, ist er doch für viele, mich einschlossen, eine finanziell und räumlich eher sperrige Angelegenheit: Kostet viel und braucht viel Platz. Schön dass unser aller Lieblingsmedium, das Videospiel, auch hier eine einfach Lösung parat hält: Videospiel-Flipper!

Und die können auch verdammt viel Spaß machen! Ich habe mir früher zusammen mit Freunden ganze Nächte auf der Jagd nach dem nächsten Highscore um die Ohren gehauen! Neben Sierras „3D Ultra Pinball: Creep Night“ kam dabei auch dieses Spiel sehr oft zum Einsatz: „Dragon’s Fury“, ein wie erstgenanntes Spiel auch in einem Fantasysetting angesiedelter Videospiel-Flipper.

Man spielt hauptsächlich auf einem Haupttisch, der in 3 Ebenen mit je einem Flipper vertikal über den Bildschirm scrollt und bei Treffern bestimmter Ziele den Zugang zu einem von 6 weiteren, fantastischen Tischen, die jeweils eine Art Bosskampf darstellen, öffnet. Diese beschränken sich auf einen Bildschirm, hat man einen Tisch geschafft und besucht ihn wieder, verdoppeln sich die Anzahl der Flipper auf dem jeweiligen Tisch. Für die ganz harten (oder die Cheater), die alle 6 Tische abräumen konnten, öffnete sich danach der Zugang zu einem weiteren Tisch, auf dem es den finalen Endgegner zu besiegen galt.

Dragon’s Fury ist eine Portierung des PC-Engine-Titels „Devil’s Crush“ („Devil Crash“ in Japan), den Technosoft höchst eindrucksvoll auf den Mega Drive umsetzen konnte: Die wunderschön gezeichnete Grafik strotzt nur so vor Details, der ganze Bildschirm ist in Bewegung, ohne dass das Spiel in Stocken gerät oder Sprites flimmern und der Sound ist, wie nicht anders bei Technosoft zu erwarten, absolute Oberklasse auf Segas 16-Bitter! Das Video spricht für sich, denke ich. Meiner Meinung nach ist dieses Spiel, ebenso wie sein Nachfolger „Dragon’s Revenge“ eine Genrereferenz weit über die Systemgrenzen hinaus und eines der besten Spiele für Mega Drive / Genesis überhaupt!

Die Version für Nordamerika und Europa wurde grafisch übrigens minimal verändert: Was hier als Sterne überall im Spielfeld zu sehen ist, waren ursprünglich alles Pentagramme, was besonders in der obersten Spielebene, mit den den Stern umrundenden Druiden, den Flair einer satanischen, schwarzen Messe hatte. Das passte wohl den Jugendschützern in einem Großteil der Welt nicht, weshalb die Pentagramme zu Sternen umgestaltet wurden, was dem Spiel aber in keinster Weise einen Abbruch tut.

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