YesterPlay: Flatout (PC, Bugbear Entertainment, 2004)

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„Feuer im Motorraum? Super, ich habe nämlich keine Scheinwerfer!“

Nachdem der PC 1994 und 1996 mit den ersten beiden Teilen der „Destruction Derby„-Reihe gesegnet wurde, begann bereits direkt nach dem zweiten Teil eine lange Durststrecke für zerstörungswütige Motorsportfreunde an der Tastatur, die eigentlich nur von den „Carmageddon“-Titeln hin und wieder unterbrochen wurde. Erst 2004 konnte der finnische Entwickler Bugbear Entertainment diesem traurigen Zustand ein Ende setzen. Und das mit einem echten Kracher!

„Flatout“ ist der geistige Nachfolger der und eine klare Liebeserklärung an die guten, alten „Destruction Derby„-Teile. Und wie zeigt man da seine Liebe besser, als durch möglichst viel Physik? Dank der fliegen nämlich Autos, Teile davon, Streckenbegrenzungen, Beschilderung oder gar Fahrer realistischer denn je durch die Gegend, was nicht unerheblich zum Spielspaß beiträgt. Manchmal ist die Physik aber auch eine echte Zicke und ein echtes Ärgernis, z.B. wenn ihr kurz vor der Ziellinie doch noch einen Pylonen überfahrt und die Euch senkrecht nach oben und von der Strecke katapultiert. was schnell den Verlust des Rennens zur Folge hat. Denn die KI weiß, wie man die Vehikel zu bewegen hat, damit Euer Vorsprung nicht zu groß wird…

Von solchen kleineren Makeln abgesehen, bietet „Flatout“ aber alles, was „Destruction Derby“ seinerzeit groß und bekannt gemacht hat, macht es noch besser und setzt noch eine ganze Menge drauf: Z.B. neue Modi, in denen man den Fahrer als Geschoss einsetzt, mehr Strecken, mehr Fahrzeuge, mehr Musik (von damals noch allesamt labellosen Rockbands), Nitro, mehr Zerstörung, mehr Effekte, Multiplayermodi, uvm. Letztere und die neuen Bonus-Modi sind heute noch absolute Kracher auf jeder LAN-Party! Der BPJM war die/der durch die Windschutzscheibe geschleuderte Fahrerin/Fahrer aber so heikel, dass in der deutschen Version des Spiels die Fahrer durch Dummies ersetzt wurden.

Die Engine des Spiels war für die damalige Zeit übrigens fantastisch, die Hardwareanforderungen waren trotz der bereits erwähnten physikalischen Spielereien erstaunlich niedrig und so lief das Spiel auf sehr vielen Rechners mit sehr vielen Details sehr gut. Es sollte also auf jedem halbwegs modernen PC bei vollen Details in maximaler Auflösung absolut flüssig laufen. Die Ruckler und Aussetzer hier im Video kamen von der Recordingsoftware, es läuft sonst butterweich mit bis zu 100 FPS (darauf scheint es limitiert zu sein). Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das Spiel auf jeden Fall auch mal mit einer 3D Vision von Nvidia geben!

Ich habe hier übrigens einen inoffiziellen Patch für Breitbilddarstellung installiert, weil das Spiel sonst nur gestreckt dargestellt wird. Dieser hat zwar die seitlich abgeschnittenen Menüs zur Folge, das Spiel läuft dafür anständig in Full HD. Ihr bekommt den Patch hier, weitere Patches und Serverbrowser für Onlinematches bekommt ihr hier.

Das Spiel ist, ebenso wie sein Nachfolger, für ein paar Euro bei Steam oder GOG erhältlich, wer Rennspiele mag und es noch nicht hat, sollte das ändern, „Flatout“ sollte in keiner Sammlung fehlen!

 

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