YesterPlay: Last Blade (Arcade, SNK, 1997 / PC, DotEmu, 2016)

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Als ich „The Last Blade“ (ab jetzt TLB) zum ersten Mal in der Spielhalle sah, hielt ich es im Vorbeigehen zunächst für einen Abklatsch oder bestenfalls Spin-Off von „Samurai Shodown“, ließ den Automaten vorerst unbeachtet und widmete mich dem vermeintlichen Vorbild, das nur wenige Meter weiter stand. Erst als ich bei späterer Gelegenheit sollte mir klar werden, wie falsch ich gelegen hatte!

Auf den ersten Blick ist das Schwertkampf-Setting im späten feudalen Japan beider Spiele tatsächlich recht ähnlich, allerdings hat TLB einen etwas „realistischeren“ Anspruch, statt der teilweise völlig abgedrehten Kämpfer aus „Samurai Shodown“ wirken die Kontrahenten hier beinahe schon zu normal. Dafür steckt unglaublich viel Liebe in den Details und der ganzen Aufmachung des Spiels, angefangen von den Introsequenzen vor den Kämpfen über die unzähligen wunderschön gezeichneten Details der Arenen, die atmosphärische Hintergrundakustik, die oft eher auf Geräusche statt Musik setzt, das Spiel von Licht und Schatten in Moriyas Stage… Kurzgesagt, TLB ist ein durch und durch fantastisches Spiel, meiner Meinung nach eines der besten auf dem Neo-Geo! Ähnlich urteilt auch Karsten Uhl von videospielgeschichten.de, der das Spiels als würdigen Abgesang auf die Ära der Pixel-Spiele sieht.

Das Spiel war außer auf dem Neo-Geo bereits auf der Playstation und im Playstation Network verfügbar, ebenso auf der Wii Virtual Console und seit 2016 ist es endlich auch für den PC erhältlich (bei Steam, GOG und im Humble Store), bei Steam sogar mit Multiplayer über das Internet. Für Fans klassischer 2D-Prügelspiele ist es quasi ein Pflichtkauf, viel besser wurde keins mehr!

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