YesterPlay: Midnight Club 2 (PC, Rockstar San Diego, 2003)

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Anfang des neuen Jahrtausends sorgte der Film „The Fast and the Furious“ für einen ganzen Schwung an thematisch sehr ähnlichen Rennspielen, Electronic Arts beispielsweise krempelte die beliebte „Need For Speed“-Reihe dahingehend um, dass man nun statt in glänzenden Luxuskarossen an sonnigen Küstenstraßen in Golfklasse-Fahrzeugen mit viel Plastik, Stickern und Unterbodenbeleuchtung durch nächtliche Städte raste.

Mir persönlich gefällt das Konzept solcher Tuning-Rennspiele nicht ganz so gut. Zum einen will ich keinen Golf oder einen Peugeot 206 in einem Rennspiel fahren, in ein Rennspiel gehören für mich Rennautos oder zumindest Fahrzeuge, deren Motorleistung sich von Anfang an in ähnlichen Regionen bewegt. Zum anderen begann mit diesen Spielen der unsägliche Trend, statt neuen Autos nur noch Teile davon als Siegesprämie zu vergeben, oft wurden diese sogar nur freigeschaltet und man musste sie dann noch kaufen! Und ganz übel fand ich immer, wenn man nach einen teuflisch harten Kampf und einem ganz knappen Fotofinish nur ein neues „Vinyl“ freigeschaltet bekam. Ein verdammter Aufkleber für all den Schweiß und die Mühe?!

Auf einer LAN-Party kam irgendwann einer meiner Freunde dann mit diesem Spiel von Rockstar um die Ecke: Thematisch ähnlich (nächtliche, illegale Straßenrennen), aber zum einen bot es eine offene Welt, man bekam, wie ich es bis heute bevorzuge, für Siege alle 2-3 Rennen ein neues Fahrzeug (zwischendurch erhielt man neue Fähigkeiten wie Turbo, Gewichtsverlagerung, etc.) und man musste es nicht auf Teufel komm raus mit Lichtern und Aufklebern verschandeln, um dafür extra Stylepunkte zu kassieren. Auto wählen, Farbe wählen, ab auf die Piste! Genau mein Ding! Bonus: Motorräder! Sehr cool!

Das Open World Gameplay in den Metropolen Los Angeles, Paris und Tokyo hat natürlich im Vergleich zu anderen Spielen eine etwas schlechtere Grafik zur Folge, das war eben der Kompromiss zwischen spielerischer Freiheit und Rechenleistung den man zu dieser Zeit noch eingehen musste. Dennoch muss sich das Spiel nicht hinter den anderen verstecken, die Städte sehen glaubhaft aus, das Geschwindigkeitsgefühl ist sehr hoch, die Auswahl an Fahrzeugen im Laufe des Spiels sehr stattlich.

Alles in allem traf das Spiel meinen Geschmack sehr gut, weshalb ich es auch prompt in meinen Besitz aufnahm, wo es noch heute im Regal steht. Die Nachfolger (MC3: Dub Edition (Remix) und MC: Los Angeles) kamen leider nur noch auf Konsolen heraus.

Ein Kommentar

  1. Hach ja, war diese Zeit toll. Ich habe Arcaderacer total geliebt und wahnsinnig viel Need for Speed, aber auch Midnight Club gespielt. Schade, dass das alles heute irgendwie in den Schatten verschwunden ist.

    Wie gern würde ich Mal wieder ein aktuelles Midnight Club spielen. Need for Speed gibt es ja noch und die neuen Teile sind auch nicht wirklich schlecht. Aber den Flair von damals haben sie halt nicht mehr. Schade. Ich trauere dieser Arcade-Racer-Zeit echt hinterher. Sie war ein toller Teil meiner Kindheit und Jugend.

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