YesterPlay: Quake 2 (PC, id Software, 1997)

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Das Cover von „Quake 2“ (Quelle: wikia.com)

Vielleicht erinnert Ihr Euch: Vor über einem Jahr betonte ich in meinem Beitrag zu „Quake 4“ bereits, wie klasse ich „Quake 2“ finde. Ich zitiere mich selbst:

„Quake 2“ wiederum hat mich vom ersten Moment an begeistert und tut es heute noch: Ein durchgehender Stil, (seinerzeit) grandiose Grafik und Effekte, fantastischer Rock-Soundtrack. Und eine Story, die voll meinen Geschmack traf: Menschheit gegen Cyborgs!

Heute, auf den Tag genau 20 Jahre nach seinem EU-Release, hat sich daran nichts geändert! Während mich das erste „Quake“ damals zwar technisch begeistern konnte, ich mit der kruden Mischung aus Sci-Fi- und mittelalterlichen Settings und Feinden aber nie so recht warm wurde, machte „Quake 2“ von Anfang an alles richtig: Das Sci-Fi-Setting war aus einem Guss, die überarbeitete und frisch in id Tech 2 umbenannte Engine unterstütze von Haus aus 3D-Beschleuniger über OpenGL, ohne dass man das Spiel erst hätte patchen müssen, die neuen Effekte, wie z.B. farbiges Licht, waren damals das grafische Non-Plus-Ultra (bis ein Jahr später „Unreal“ erschien) und trugen sehr zur Stimmung bei, das Spiel war direkt netzwerk- und internetfähig und die treibende, rockige Musik passte zur Action wie die Faust aufs Auge! Und auch so kleine, wenn auch makabre Details wie neue noch mit letzter Kraft kämpfende Soldaten und über den Leichen umher schwirrende Fliegen sorgten für ein dichtes Ambiente, dass es so vorher nicht gegeben hatte.

„Was ist das?“ – „Das ist buntes Licht“ – „Was macht es?“ – „Es leuchtet bunt.“

Die Geschichte startete mit einem Großangriff auf den Heimatplaneten der Strogg, einer kybernetischen Alienrasse die nach einer Invasion der Erde beinahe den Sieg davon getragen hätte, aber gerade noch zurückgedrängt werden konnte. Man übernahm im Spiel die Rolle des Marines „Bitterman“, dessen Landungskapsel beim Anflug auf den Planeten Stroggos gerammt und der dadurch vom Rest der Einheit getrennt wurde, was ihm das Leben rettete. Als möglicherweise einziger Überlebender des Angriffs lag es nun natürlich an Bitterman, die Strogg und ihren Herrscher zu Fall zu bringen.

Was hier wohl gleich passieren wird? Immerhin sind die Fässer mal nicht rot!

Während die meisten Shooter damals üblicherweise einen recht linearen Levelverlauf hatten, konnte „Quake 2“ mit einem Hub-basierten Gameplay aufwarten. Das bedeutete, dass man nicht stur Level für Level abklapperte, sondern einige Bereich öfter besuchen musste, z.B. um eine Tür, die vorher verschlossen war und für die man an anderer Stelle einen Schlüssel bekommen hatte, zu öffnen.

Das farbige Licht erzeugt eine intensive Stimmung…

Eigentlich sollte „Quake 2“ ursprünglich gar nicht unter diesem Namen erscheinen, da es mit dem ersten Teil inhaltlich überhaupt nichts gemeinsam hatte. Da es sich aber ähnlich schnell und flüssig spielte und alle anderen Namen, die man sich ausgedacht hatte, bereits vergeben waren, entschied man sich bei id Software doch noch das Spiel unter dem Quake-Banner zu veröffentlichen. „Quake 2“ erschien schließlich 1997 für Windows- und MacOS-Systeme, zwei Jahre später wurde es auf Nintendos N64 und Sony Playstation portiert, mit mehr (N64) oder weniger (PS1) Änderungen.

… die von kleinen Details noch verstärkt wird

Bereits 1998 erschienen 2 offizielle „Mission-Packs“, die die Story des Hauptspiels jeweils aus Sicht eines der anderen Marines, die auf dem Planeten landeten, erzählten: „The Reckoning“ von Xatrix Entertainment und „Ground Zero“ von Rogue Entertainment. Weiterhin erschien im gleichen Jahr noch mit dem „Netpack I: Extremities“ eine offizielle Sammlung von Mehrspielermods, darunter unter anderem auch die beliebte „Rocket Arena“-Modifikation, die auch für „Quake 3: Arena“ und „Unreal Tournament“ herauskam.

Das Cover der Compilation „Quake 2: Quad Damage“ für Windows (Quelle: wikia.com)

1999 wurde das Spiel in der Compilation „Quake 2: Quad Damage“ für Windows inklusive der beiden Mission-Packs und des Netpacks neu veröffentlicht. Parallel dazu kam die Linuxversion auf den Markt, diese erschien als „Quake 2: Colossus“, ebenfalls inklusive der beiden Mission-Packs, aber ohne das Netpack. 2002 kam das Spiel dann sogar auf dem  Amiga heraus! Die letzte offiziell vertriebene Version war dann 2011 der Port für die Xbox 360, die „Quake 4“ als Bonus bei lag.

Die gegnerischen Soldaten kämpfen bis zum bitteren Ende

Ende 2001 veröffentlichte id Software den Quelltext von „Quake 2“ und gab so Fans mit Programmierkenntnissen die Möglichkeit, den Originalcode zu erweitern und zu verbessern, was zur Entwicklung zahlreicher Sourceports führte. Dank derer läuft das Spiel noch heute wunderbar auf jedem Rechner und lässt sich optional sogar mit mehr Effekten und hochauflösenden Texturen verschönern. Auch der Amiga-Port von 2002 verdankt dieser Entscheidung seine Existenz und sogar unter MS-DOS kann „Quake 2“ inzwischen gespielt werden! 🙂

Wie viele Kanäle man mit der wohl empfängt?

Mein persönlicher Favorit unter diesen Sourceports ist übrigens „Yamagi Quake 2“ für FreeBSD, Linux, Mac OS X, OpenBSD und Windows, der gewissermaßen die Fortführung der offiziellen Patches ab Version 3.21 ist und deren Versionierung fortsetzt, aktuell ist Version 7.10. Schwerpunkt von „Yamagi Quake 2“ ist die Optimierung und Fehlerbereinigung des Codes, mehr Eyecandy als höhere Auflösungen und optionaler Support für hochauflösende Texturen bietet er bewusst nicht. Die Mission-Packs werden natürlich unterstützt.

„Quake 2“ ist in Deutschland indiziert, es ist also fast ausschließlich im ausländischen Gebrauchtspielehandel, Steam oder GOG zu bekommen. Letztere bieten mit „Quake 2: Quad Damage“ das attraktivste Gesamtpaket an, um die Steam-Version würde ich an Eurer Stelle einen großen Bogen machen, dieser fehlt nämlich, wie so oft, der großartige Soundtrack!

Wie fandet/findet Ihr „Quake 2“? Spielt ihr es heute auch noch oder habt Ihr den Kampf gegen die Strogg hinter Euch gelassen?

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