YesterPlay: Sonic The Hedgehog Pocket Adventure (Neo Geo Pocket Color, SNK, 1999)

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Cover der europäischen Version von „Sonic The Hedgehog Pocket Adventure“ für Neo Geo Pocket Color

Unter all den Konsolen, die ich im Laufe der Jahre besaß, befand sich eine ganze Weile auch mal ein taubenblauer Neo Geo Pocket Color und eine Reihe Spiele dafür. Das 16-Bit-Handheld selbst war/ist echt klasse, besonders der digitale 8-Wege-„Stick“ mit Microschaltern (wie in der Spielhalle) war/ist phänomenal! Aber auch die Spiele, meist Umsetzungen von Spielhallenspielen des „großen“ Neo Geo, waren echt gut, obwohl in der Gestaltung oft sehr auf den japanischen Markt ausgerichtet. Eins der meiner Meinung nach besten Spiele für das Handheld von SNK ist „Sonic The Hedgehog Pocket Adventure“, das zweite offizielle Sonic-Spiel auf einer Konsole, die nicht von Sega stammte. (Es war aber das erste in Farbe!) Es wurde auch nicht von Sega entwickelt sondern nur vertrieben, stattdessen betraute SNK eines seiner eigenen Entwicklungsteams mit der Entwicklung des Titel. Und gleich vorweg: Dem Team ist ein echtes Meisterwerk geglückt!

Klassiches Gameplay in klassischer Umgebung

Was sofort auffällt: Sonic hat hier zum allerersten Mal das weniger kindliche Design mit den grünen Augen, dass später auch auf Dreamcast, Gameboy Advance, etc. weiter verwendet und bis heute beibehalten wurde.

Die aus „Sonic 2“ vom Mega Drive bekannten Special Stages in 3D

Das Spiel ist eine extrem gelungene Mischung aus Elementen der diversen 16-Bit-Sonics vom Mega Drive: Das Gameplay und die Level entsprechen „Sonic 2“, die Musik stammt zu großen Teilen aus „Sonic 3“, „Sonic & Knuckles“ und „Sonic Jam“, einige Grafiken wurden noch aus „Sonic 1“ übernommen. Viele der Endgegner sind jedoch völlig neu. Grafisch ist es in etwa mit den Sonic-Spielen auf Master System und Game Gear vergleichbar, nur in niedrigerer Auflösung, das NGPC konnte leider nur maximal 160×152 Pixel darstellen. Dafür kann „Pocket Adventure“ sogar mit den 3D-Special-Stages der Mega Drive-Version aufwarten! Alles läuft schnell und butterweich und spielt sich einfach grandios!

Die verschiedene „Räume“ mit weiteren Spielmodi und Extras sowie das Optionsmenü

Aber nicht nur die Qualität des Spiels weiß zu begeistern, auch der Umfang ist, gerade für ein Handheld-Spiel, gigantisch! Neben dem eigentlichen Singleplayer-Hauptspiel gibt es einen „Duel Room“ für zwei Spieler (über Linkkabel), der zwei weitere Spieltypen bietet: „Sonic Rush“ ist ein klassischer Wettlauf mit dem Ziel, erster zu werden, in „Get the rings“ gewinnt, wer als erster eine bestimmte Anzahl an Ringen einsammelt. Im „Trial Room“ findet man 2 weitere Modi, einen „Time Trial“, bei dem man versuchen muss einen Level schnellstmöglich zu durchqueren und einen „Advanced“ genannten Modus, bei dem Bestzeiten nur gespeichert werden, wenn man den Level mit mindestens 50 Ringen abschließen kann. Über Linkkabel lassen sich sogar Bestenlisten mit anderen Spieler austauschen und aktualisieren! Bleibt noch der „Puzzle Room“: In diesem kann man Puzzleteile, die im Hauptspiel überall in den Zonen versteckt sind, zusammensetzen und so schöne Charakterporträts freischalten.

Die Levelauswahl, mit der man zuvor gespeicherte Spiele wieder aufnehmen kann

Damit all die gefundenen Puzzleteile und Bestzeiten nicht nach dem Ausschalten des Handhelds verloren gehen, speichert das Spiel alles direkt im Modul. Und das ganz ohne Batterie, ein besonderes Feature von NGPC-Modulen. So wird auch der Levelfortschritt gespeichert, man kann also bei der nächsten Sitzung in der Zone weiterspielen, in der man zuvor aufgehört hat.

Eines der überall versteckten Puzzleteile

Gerade die Puzzleteile und das supergeschmeidige Gameplay sorgen dafür, dass man durch das Spiel nicht einfach durch hetzt, sondern gerne auch mal auf Erkundungstour geht und einen Level mehrmals spielt. „Sonic The Hedgehog Pocket Adventure“ macht einfach durch und durch Spaß und gehört auf jeden Fall in die Top 10 der besten 2D-Sonic-Spiele aller Zeiten! Ähnlich sah das die Presse damals, das Spiel räumte durch die Bank verdiente Höchstwertungen ab (10/10 bei IGN, 8.3 bei GameSpot, 100% in der Video Games, etc.)!

Es ist nur zu schade, dass es nie für eine andere Plattform wieder veröffentlicht wurde, es ist bis heute exklusiv dem NGPC vorbehalten. Ein gebrauchtes Handheld samt Modul oder ein guter Emulator samt Rom ist also nötig um in den Genuss des Spiels zu kommen.

2 Kommentare

  1. NeoGeo Pocket hatte ich leider nie einen (aufgrund der Preise werde ich wohl leider nie einen haben). Das Ding dürfte aber eine Reihe guter Spiele haben, die mir wohl leider verwehrt bleiben. Aber genau dafür gibt es ja Blogs wie deines – man kann sich richtig hineinfühlen, wieviel Spaß Sonic macht. Dass hier Einiges aus anderen Teilen zusammengeschustert wurde, dürfte nicht gar so schlimm sein, da es gut zusammenpasst.

    Die Musik war bei den Sonic Teilen mmn immer sehr gut. Meine Lieblings-Boss-Musik ist übrigens die von Teil 1 – auch wenn sie sich rasch wiederholt weiß man, dass man es hier mit einem richtigen Badass-Bösewicht zu tun hat 😉

    1. Ich habe im Zuge meines Beitrags auch mal ein bisschen gestöbert, aber die haben preislich inzwischen echt stark angezogen. Leider, die Konsole hat echt Spaß gemacht, das Lineup hat viel mit dem großen Neo-Geo gemeinsam: Viele Prügelspiele, ein paar Puzzler, viele Arcadeumsetzungen. Ein paar Sport, und Rollenspiele gab es auch, leider kein einziges Rennspiel. Insgesamt sind Lineup und Präsentation sehr japanophil ausgeprägt, das muss man auch mögen. Ich habe auf meinem damals hauptsächlich Sonic, Metal Slug und Pac-Man gespielt.

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