YesterPlay: The Revenge Of Shinobi (GBA, 3d6 Games, 2002)

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Als ich den Namen dieses Spiels damals las, dachte ich zuerst, dass Sega das Spiel einfach auf den GameBoy Advance portieren würde. Kurze Zeit später wurde aber deutlich, dass es zwar den Namen des Mega-Drive-Klassikers tragen, aber ein gänzlich neues Spiel werden würde.

Da ich ja ein Riesen-Fan der klassischen Shinobi-Spiele von Sega bin, kam ich deshalb natürlich nicht umher, mir irgendwann einen gebrauchten GBA mit ein paar losen Spielen, darunter auch diesem, zu kaufen, obwohl ich inzwischen wusste, dass das Spiel in der Presse eher durchwachsene Wertungen einfuhr.

Ganz so übel wie es dort teilweise weg kam, finde ich es aber gar nicht. Es erreicht nicht die Klasse des namensgebenden Vorgängers, aber ist für sich betrachtet ein gutes Spiel in stimmungsvollem, feudal-japanischem Setting und mit exzellentem Soundtrack! Der verwendet übrigens zahlreiche Samples aus traditionellen chinesischen Folkloreliedern. Das Spiel ist also der pure Asien-Flash! 🙂 Mir gefällt auch das deutlich mehr auf Nahkampf ausgelegte Gameplay, ich habe mir schon in den früheren Shinobi-Spielen immer etwas mehr Schwertkampf gewünscht, was mit diesem Spiel endlich umgesetzt wurde.

Dass „The Revenge Of Shinobi“ aber exakt den gleichen Namen wie das legendäre Mega-Drive-Spiel bekommen musste, kann ich mir nur mit einem ganz plumpen Versuch, darüber Verkäufe zu generieren, erklären. Es gibt keinerlei (zeitlichen) Zusammenhang zu den vorherigen Spielen der Serie, keine (Neo) Zeed, keinen Joe Musashi. Ob diese Entscheidung tatsächlich die Verkaufszahlen positiv beeinflusst hat oder ob das Spiel dadurch in einen unnötig direkten Vergleich zum MD-Titel treten musste? Kann ich schwer beurteilen, ich würde aus dem Bauch heraus fast auf letzteres tippen. So oder so bleibt „The Revenge Of Shinobi“ für den GBA aber ein Spiel, das Fans der Serie oder Ninjas durchaus Spaß gemacht haben dürfte, wenn vielleicht auch nicht ganz so viel wie andere Teile daraus.

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