YesterPlay: TX-1 (Arcade, Tatsumi, 1983)

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Unweit der Bar, die unserer Wohnung in Italien am nächsten liegt und in der ich bereits einige coole Automaten spielen durfte (s. meine anderen Videos) gab es nur wenige Schritte weiter eine andere, in deren Keller auch mal ein ganz bestimmter Automat stand: „TX-1“ von Tatsumi.

Warum der Automat im Keller stand? Nun, die Bar war nicht sehr groß, der Automat dafür schon: „TX-1“ war (meines Wissens) das erste Arcadespiel, dass auf 3 Bildschirmen gleichzeitig dargestellt wurde! Entsprechend sperrig war der Automat damals auch und entsprechend teuer natürlich erst recht. Zwei gute Gründe, ihn nicht direkt in den Gastraum zu stellen, finde ich.

Die Bar ist inzwischen leider schon lange geschlossen, der Automat verschwand leider noch länger davor schon. Aber dank MAME ist mir wenigstens das Spiel an sich geblieben.

Spielerisch wird hier die damals sehr populäre „Pole Position„-Serie von Atari fortgesetzt, es wird aber auf das Qualifikationsrennen am Anfang verzichtet. Konsequente Entscheidung, denn egal wie man sich in „Pole Postion“ qualifiziert hatte, man fuhr immer gegen einen kontinuierlichen Strom gegnerischer Autos. Eine besonderes Novum in „TX-1“ waren die sich teilende Strecken: Nach jedem Streckenabschnitt gabelte sich die Strecke und man konnte sich aussuchen, welchen Abschnitt man als nächstes befahren wollte. Die erste Verwendung dieses Features wird oft fälschlicherweise „OutRun“ von Sega zugesprochen, tatsächlich kam es aber bei „TX-1“ zum 1 Mal vor.

Das Spiel wurde seinerzeit von mehreren Firmen vertrieben: In Japan vertrieb Tatsumi das Spiel selbst, Taito fungierte als Publisher für die östliche, Namco als Publisher für die westliche Hemisphäre. Da Namco bereits die beiden „Pole Position„-Teile entwickelte, wird „TX-1“ wegen seiner Ähnlichkeit mit diesen oft auch als deren Nachfolger gezählt.

Die Steuerung des Spiels ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sonst eher modernere Rennspiele spielt: Das Fahrzeug richtet sich nicht von alleine wieder nach vorne aus, wenn man aufhört zu lenken oder das Lenkrad los lässt, sonder bleibt immer in genau dem Winkel stehen, den man eingeschlagen hat. Man muss also ständig ausgleichen und gegen lenken, um nicht die Kontrolle zu verlieren oder einen Unfall zu bauen. Das Spiel legt dabei auch einen höheren Stellenwert auf kontrolliertes Gasgeben und Bremsen als andere Spiele vorher, geht also etwas in Richtung Rennspielsimulation, bleibt aber hauptsächlich „arcadig“. Wenn man sich einmal daran gewöhnt (und im Emulator die Einstellungen für die Analogsticks passend eingestellt) hat, macht das Spiel echt viel Spaß, die bunte und detaillierte Rastergrafik vermittelt ein sehr hohes Geschwindigkeitsgefühl, der Sound ist für die Zeit gut und passt perfekt zum Spiel.

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