YesterPlay: Alien Crush (TurboGrafx-16, Naxat Soft, 1989)

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Boxart von “Alien Crush” für TurboGrafx-16

Gestern, nach etwas mehr als 11 Jahren, war es soweit: Nintendo schloss, wie angekündigt, die Kassen des Wii Shop Kanals der Wii und der Wii U. Damit ist es seit gestern um 22 Uhr nicht mehr möglich, neues Guthaben für den Shop aufzuladen. Bestehendes Guthaben kann noch bis 31. Januar 2019 um 7:00 Uhr ausgegeben werden, danach wird Nintendo den Laden endgültig dicht machen.

Da mit diesem Schritt die meines Wissens einzige Bezugsquelle in der EU für digital vertriebene PC Engine-/TurboGrafx-16-Spiele schlagartig versiegte, entschied ich mich spontan, mein Guthaben dort noch ein letztes Mal etwas aufzustocken und mir wenigstens noch ein paar der Spiele zu sichern, die ich sonst aktuell nirgends mehr her bekommen würde. Denn spätestens seit ich auf der Gamescom 2017 das erste Mal Hand an die kleine Konsole legen und ein paar Minuten “Gunhed / Blazing Lazers” spielen durfte, wollte ich mir deren Spiele mal etwas genauer anschauen. Und so kam ich nun unter anderem zu diesem Spiel hier: “Alien Crush”

Die obere Tischhälfte des Haupttischs

Was zuerst klingt wie eine außerirdische Variante des berühmten Slogans “Hulk Smash!” des grünen Marvel-Ungetüms, entpuppt sich schnell als extrem kurzweiliger Videospielflipper in einem ekeligen Alien-Setting, mit zahlreichen Anleihen aus dem Film-Klassiker von Regisseur Ridley Scott. Wem der Grafikstil übrigens bekannt vorkommt: Es handelt sich hierbei um den Vorgänger zu “Devil’s Crush / Devil Crash”, das von Tengen als “Dragon’s Fury” 1992 auch auf dem Mega Drive veröffentlicht wurde und das ich hier bereits vorstellte. Entsprechend ähnlich spielt sich “Alien Crush” auch, es beschränkt sich aber auf zwei Ebenen, zwischen denen überblendet statt gescrollt wird. Gerade wenn der Ball mal schnell zwischen den beiden Ebenen hin- und herspringt, kann das kurzzeitig etwas störend und verwirrend sein, ansonsten hat man sich aber schnell daran gewöhnt. Neben dem Haupttisch gibt es wieder diverse Bonustische, auf denen bestimmte Ziele erreicht werden müssen, was aber durch die vielen beweglichen Elemente oft nicht gerade einfach ist. Vor dem Spiel hat man die Wahl zwischen jeweils zwei Spielgeschwindigkeiten und Musikstücken, ich persönlich bevorzuge das schnellere Gameplay, weil es sich einfach flüssiger anfühlt.

Die untere Tischhälfte des Haupttischs

“Alien Crush” war eines der früheren Spiele für NECs 8-Bit-Konsole, umso mehr beeindruckt die Qualität der Grafik und des Sounds des Spiels! Beides zusammen erzeugt eine spannende Atmosphäre, die einen schnell in ihren Bann saugt. Die genaue und reaktionsfreudige Steuerung macht schließlich, als Tüpfelchen auf dem I, das Spielen zu einem wahren Genuss, nicht nur für Fans von Videospielflippern. Kurzum: “Alien Crush” ist ein absoluter Vorzeigetitel des Genres!

Einer der Bonustische

Umso trauriger ist es, dass dieses Spiel mit der Schließung des Wii Shops wieder in Vergessenheit zu geraten droht. Denn abgesehen vom japanischen PSN ist es nun digital nicht mehr erhältlich, wer nicht gerade das Glück hat bereits eine PC Engine oder TurboGrafx-16 zu Hause stehen zu haben, müsste nun einen dreistelligen Betrag investieren, um noch eine Konsole mit dem Spiel zu ergattern. Das gleiche Schicksal droht übrigens nicht nur auch den 8- und 16-Bit-Nachfolgern, sondern auch dem 2008 exklusiv als WiiWare erschienenen, erweiterten Remake “Alien Crush Returns”, das ausschließlich im Wii Shop erhältlich ist/war. Schade, dass Nintendo keine andere Lösung präsentieren konnte/wollte…

Kurzer Nachtrag: Spielkritik.com wies mich darauf hin, dass im eShop der Wii U nach wie vor Spiele für die TurboGrafx-16 verkauft werden, allerdings nicht mehr so viele. Ich ging fälschlicherweise davon aus, dass die Wii U den gleichen Shop wie die Wii nutzen würde. Sorry dafür!

#YesterPlay: Alien Crush (TurboGrafx-16, Naxat Soft, 1989)

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