YesterPlay: Bio Hazard Battle (Mega Drive, Sega, 1992)

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Cover der PAL-Version von „Bio-Hazard Battle“ für Mega Drive

Es wird Sommer! Die Tage werden wieder Länger, die Temperaturen steigen und Mutter Natur kleidet sich wieder in bunten Farben und verströmt mal mehr, mal weniger betörende Gerüche. Und mit all dem kommen auch sie wieder: Fliegen, Mücken, Käfer und was es sonst noch an insektoidem Getier gibt.

Glücklicherweise leben wir auf der Erde, wo die Insekten noch klein und meistens harmlos sind. Würden wir nämlich auf Avaron leben, müssten wir uns dort mit den Auswirkungen des G-Biowar 1 (dem ersten globalen Biowaffenkrieg) herumschlagen: Jede Menge riesiger, mutierter und durch die Bank angriffslustiger Krabbel-, Kriech und Flugviecher, ein wahrer Albtraum für jeden Entomophoben!

Die letzten Überlebenden des G-Biowar 1 haben sich auf die “Odysseus”, eine Raumstation im Orbit um Avaron, zurückgezogen und warten dort im Kälteschlaf auf bessere Zeiten. Und diese scheinen auch gekommen, da der Planet, abgesehen von der Präsenz dieser grässlichen Kreaturen, prinzipiell wieder bewohnbar zu sein scheint. Was liegt also näher, als einen Kammerjäger los zu schicken und ebendiese Präsenz zu beseitigen? Ihr habt es erraten: So kommen wir und eines von vier biomechanischen Kampfschiffen ins Spiel.

Die unterschiedlichen Pickups, die den Feuermodus unseres “Power Star” bestimmen

“Bio-Hazard Battle” orientiert sich spielerisch an bekannten, horizontal scrollenden Vorbildern, bietet aber einen besonderen Kniff: Jedes der vier Bioships selbst hat nur eine einzige, unveränderliche Waffe, einen nach vorne gerichteten Laser, der sich wie bei “R-Type” aufladen lässt. Dafür wird jedes Schiff aber von einem “Power Star” genannten Satelliten begleitet, den man quasi beliebig um das Schiff herum rotieren lassen kann. Durch Einsammeln der entsprechenden Pickups wechselt dieser den Feuermodus, durch aufsammeln weiterer gleichfarbiger Pickups lässt sich jeder Modus um weitere zwei Stufen verstärken. Die Modi variieren dabei von Schiff zu Schiff, so dass sich zusammen mit deren Manövriergeschwindigkeit mehrere unterschiedliche Kombinationen ergeben, die durchaus Auswirkungen auf das Spielgefühl haben. Da der Power Star sich immer entgegen der Richtung ausrichtet, in die man das Schiff lenkt, muss man entsprechend viel auf dem Bildschirm herumfahren, um den Laser immer dahin schießen zu lassen, wo man es gerne hätte. Dabei wären natürlich die langsameren Schiffe benachteiligt, würden die nicht z.B. mit dem orangefarbenen Pickup statt den Laserrringen der schnelleren Schiffe einen Zielsuchlaser bekommen, der einem oft die Ausrichtung des Power Stars erspart. Sorgen, dass die viele Bewegung in engen Passagen ein Problem werden könnte, muss man sich übrigens keine machen, das Bioship hat kein Problem mit Wandkontakt.

Die vier unterschiedlichen Bioships

Egal für welches der vier biomechanischen Insektenvernichtungsmittel man sich entscheidet, langweilig wird einem sicher nicht: Überall in den 8 Leveln auf und unter der Planetenoberfläche kriechen, springen und fliegen jede Menge sehr plastisch und organisch gestaltete Gegner herum. Wohl dem, der die europäische oder die amerikanische Version des Spiels hat, in Japan wurde das Dauerfeuer (Taste A) nämlich gestrichen.

Bei so viel Action auf dem Bildschirmn kann es mal vorkommen, dass die Bildrate kurzzeitig einbricht

Obwohl gerade die Gegner optisch sehr zu gefallen wissen, kann “Bio-Hazard Battle” grafisch insgesamt nicht ganz mit dem im gleichen Jahr erschienen “Thunder Force IV” mithalten, zumal es immer wieder zu Slowdowns kommt. Auch soundtechnisch kann es dem direkten Konkurrenten nicht das Wasser reichen, was aber für die meisten anderen Mega-Drive-Spiele auch gilt. Jedenfalls wurde das Spiel nicht annähernd so populär wie Technosofts Meisterwerk. Dabei macht auch Segas hauseigene 16-Bit-Ballerei wirklich Laune: Die erfrischend andere Steuerung, die gruselige und teilweise sehr beeindruckend animierte Gegnerschar, sowie die beklemmende, oft gar bedrohlich klingende Musik erzeugen eine besondere Atmosphäre, die “Bio-Hazard Battle” zu einem interessanten und überraschend eigenständigen Titel im Feld der sich häufig stark ähnelnden Shoot’em Ups macht. Und hier dürfen sogar 2 Spieler gleichzeitg ran! Ein klassisches Feature konnte oder wollte man bei Sega aber offenbar nicht missen (lassen): In Level 6 darf man auch hier wieder ein gigantisches und an die Zähne bewaffnetes Raumschiff sprichwörtlich auseinander nehmen. 🙂

“Bio-Hazard Battle” bei Steam

Das Spiel ist heute noch einzeln bei Steam sowie als Teil der SEGA Mega Drive Classics Collection erhältlich, als Letztere ist es auch für PS4 und Xbox One verfügbar.

 

 

#YesterPlay: Bio Hazard Battle (Mega Drive, Sega, 1992)

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