YesterPlay: Flicky (SG-1000, Sega, 1984)

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Boxart der japanischen Version von “Flicky” für Segas SG-1000 (Quelle: libretro.com)

Irgendjemand bei Sega scheint auf blaue Tiere zu stehen, nicht anders ist es zu erklären, dass neben dem berühmten Igel auch dieser blaue Vogel bis heute immer wieder in diversen Sega-Spielen auftaucht. In der Regel nur als Cameo, z.B. auf Bannern in der Arcadeversion von “Super Monaco GP”, aber auch als prominenter Nebendarsteller, z.B. in “Sonic 3D: Flickies’ Island”. Was umso erstaunlicher ist, da “Flicky” bereits einige Jahre älter als Segas stacheliges Maskottchen ist: Bereits 1984 erschien das einfach nach dem Charakter benannte Spiel in den Spielhallen, noch im gleichen Jahr wurde es auf Segas Heimkonsole SG-1000 bzw. deren Heimcomputerpendant SC-3000 umgesetzt. Diverse weitere Portierungen auf hauptsächlich in Japan gängige Heimcomputersysteme folgten, bis das Spiel 1991 zum letzten Mal auf dem Mega Drive umgesetzt werden sollte.

Wie in “Sonic 3D”: Die Chirps müssen durch eine Art Klappe im Boden, je mehr man dabei am Stück rettet, umso mehr Punkte gibt es.

Das Spielprinzip des niedlichen Plattformers ist recht simpel: Flicky muss alle anderen im Level umherflatternden Vögel, Chirps genannt, einsammeln und zum Ausgang bringen, ohne dabei von den Katzen erwischt zu werden. In der Spielhallen und Mega-Drive-Version bekommt Flicky es zusätzlich noch mit Iguanas zu tun! Um sich seiner gefräßigen Kontrahenten zu erwehren, kann unser rettender Piepmatz die im jeweiligen Level herumliegenden Gegenstände nach ihnen werfen, um sie zumindest kurzzeitig außer Gefecht zu setzen. Mit etwas Glück springt dabei sogar hin und wieder ein punkteträchtiger Edelstein für unseren blaugefiederten Freund heraus.

Sonic mit einem Schwarm von Flickies an einem Levelausgang in “Sonic 3D”

Aber einen Moment mal… Flickies, Vögel einsammeln, zum Ausgang bringen… kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Ja, tut es, denn Sega hat 1996 das Gameplay von Flicky in abgewandelter Form in das bereits erwähnte “Sonic 3D: Flickies’ Island” einfließen lassen. Nur ist es dort Sonic, der überall im Level die von Dr. Robotnik in Robotern eingesperrten Flickies einsammeln und durch den Ausgang bringen muss. Eine liebevoll gemachte Anspielung, wie ich finde.

Im Vergleich zur Arcade- und Mega-Drive-Version gewinnt die Umsetzung auf Segas erste Heimkonsole, bzw. Segas ersten und einzigen Heimcomputer natürlich vor allem grafisch keinen Blumentopf, auch ein paar Level passten nicht mehr in das Modul. Nichts desto trotz macht das Spiel genau so viel Spaß wie am Automaten, ich mag die Kombination von pixeliger 8- Bit-Grafik und -Sound einfach!

“Flicky” sieht natürlich in der Spielhalle viel schöner aus.

Man muss schon zwei oder gar drei mal hinschauen, um zu erkennen dass es sich hier um das gleiche Spiel handelt.
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Die Mega-Drive-Version von “Flicky” bei Steam

Es war aber vornhemlich die Mega-Drive-Version, die über die Jahre immer wieder als Teil zahlreicher Collections veröffentlicht wurde und auch aktuell in der “SEGA Mega Drive Classics” für PS4, Xbox One und Switch, sowie auf Steam als Teil der “SEGA Mega Drive and Genesis Classics” als Download erhältlich ist. Alle anderen Versionen des Spiels blieben bis heute leider unberührt und wurden nicht wieder neu veröffentlicht.

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