YesterPlay: Psychic 5 (Arcade, Jaleco, 1987)

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Der japanisch Flyer des Spiel (Quelle: Hardcore Gaming 101)

Dieses Spiel habe ich lange Zeit völlig vergessen. Und das obwohl es eines der ersten, möglicherweise sogar das allererste Spielhallenspiel war, dass ich in der kleinen Bar an der Kreuzung nahe unserer Wohnung in Italien je gespielt habe.

Die verschiedenen spielbaren Charaktere und ihre Stärken und Schwächen

Nicht dass das Spiel schlecht ist, ganz im Gegenteil eigentlich. Aber im Vergleich zu anderen Spielen, die ich im gleichen Jahr oder kurze Zeit danach spielen durfte, wie z.B. Segas “Shinobi“, fehlte ihm einfach etwas, dass es dauerhaft in meinem Gedächtnis verankerte. Und wäre ich ich nicht im Dezember letzten Jahres, gute 30 Jahre später, ins Flipper- und Arcademuseum in Seligenstadt gefahren, würde ich vermutlich auch heute kaum mehr an dieses Spiel mit den kleinen, hammerschwingenden Figuren denken, dessen Namen ich bis dahin nicht mal mehr wusste.

Sieht aus wie eine Niere, keine Ahnung was es tatsächlich sein soll. 🙂

Einer der Gründe, die das Spiel bei mir so schnell in Vergessenheit geraten ließen, war das Alter. Also meines. Ich war damals 7 oder 8 Jahre alt und hatte keine Ahnung, was ich wie und wo in diesem Spiel tun sollte. Die Mechanik ist nämlich deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht: Klar, man muss durch die Level springen und dabei alles kaputt hämmern, was man so sieht, soweit hatte ich das Prinzip verstanden. Aber dass man auch höher springen kann, indem man den Joystick dabei nach oben bewegt, schweben kann, wenn man den Stick nach oben gedrückt hält und dass die Figuren unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, das war mir damals nicht so offensichtlich. Ich glaube, ich kam damals nie über die erste Tür hinaus, weil ich nicht wusste dass ich entweder länger dagegen drücken oder vorher zur dickeren und stärkeren Figur hätte wechseln müssen, um die Tür umzustoßen. Dass es jede Menge versteckte Elemente gab, man der Hexe kurzzeitig den Besen stehlen konnte, dass sich die Inhalte der zu zerschmetternden Krüge mit jedem Schlag des Hammers änderten, war mir, wie diverse andere Elemente, damals einfach nicht klar. Für mein kindliches ich war es damals nur ein dämliches Spiel, dass nicht wirklich Spaß machte. Und so wanderte das Spiel im Laufe der Zeit immer weiter nach unten im gedanklichen Stapel der gespielten Spiele, bis es irgendwann völlig am unteren Ende ankam, wo kaum noch ein Gedanke oder eine Erinnerung hinkommt.

Hammer und Besen funktionieren sehr gut zusammen
Ist das Zeitlimit abgelaufen, findet Euer Charakter ein schnelles Ende. Monty Python lassen grüßen!

Heute sieht die Sache etwas anders aus. Wie man sieht, habe ich inzwischen einigermaßen raus, wie das Spiel funktioniert und ich kann heute auch die Qualität des Spiels im zeitlichen Kontext besser einordnen als damals. Und für ein Spiel von Jaleco war/ist es echt überraschend gut. Offenbar wurde es auf dem westlichen Markt trotzdem nicht sehr populär, was vermutlich stark dem sehr asiatischen Look & Feel geschuldet ist, das mit den abgedrehten Gegnern und der abwechslungsreichen Musik (jeder Charakter hat eine eigene) den europäischen und amerikanischen Zeitgeist sicher weniger traf als andere Spiele. Da verwundert es kaum, dass das Spiel (mit einigen Änderungen) auch nur für das NES in Japan (dort Famicom genannt) als “Esper Bōkentai” umgesetzt wurde, andere Veröffentlichungen gab es bis heute nicht.

Und in diesem Fall ist das auch verschmerzbar. Wie gesagt, das Spiel ist nicht schlecht, aber es gibt so viele bessere, dass es für eine Wiederbelebung von “Psychic 5” eigentlich keinen Grund gibt. Einen gewissen sentimentalen Wert hat es für mich, weil es mich eben an die Besuche in der zweiten Heimat Italien erinnert und ich freue mich, es im FAMS wieder entdeckt zu haben und es hin und wieder mal in MAME auch zu Hause spielen zu können. Aber mehr muss hier wirklich nicht sein.

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