YesterPlay: Push-Over (Atari ST, Red Rat Software, 1991)

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Boxart von “Pushover” für Atari ST (Quelle: atarilegend.com)

Zwei Dinge, die ich schon lange mal ausprobieren wollte, waren zum einen ein Emulator für den Atari ST, zum anderen das Puzzle-Spiel “Push-Over”, dass ich bisher nur von Screenshots und Reviews kannte aber bisher nie selbst gespielt habe. Eigentlich wollte ich die DOS-Version spielen, aber eine ganz kurze Recherche ergab, dass das Spiel unter anderem auch auf dem Commodore Amiga und dem Atari ST erschien. Was lag da also näher, als zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen? Et voilà: “Push-Over” auf dem in Hatari emulierten Atari ST!

In diesem vom englischen Snackproduzenten Smith gesponserten Spiel geht es darum, dem hyperaktiven Maskottchen Colin Curly seine beim Herumzappeln verloren gegangenen Quavers-Snacktüten wieder zu beschaffen, die ihm ausgerechnet in einen Ameisenbau gefallen sind. Armer Colin! Als mitfühlende und hilfsbereite Ameise stürzen wir uns natürlich sofort hinterher und puzzlen uns durch insgesamt 100 Level, die in 9 optisch unterschiedliche Themenbereiche (industriell, aztekisch, etc.) unterteilt sind, die je eine der Snacktüten enthalten.

Das erste und noch sehr simple Dominorätsel des Spiels. (Quelle: atarilegend.com)

Ameisen stehen offenbar auf Domino, denn in jedem Level gilt es die dort herumstehenden Steine so anzuordnen, dass man mit nur einem Schubs alle umstoßen kann. Gelingt einem das sogar innerhalb des gesetzten Zeitlimits, erhält man ein Token. Dieses kann man einsetzen, um in einem späteren Puzzle zu dem Moment bevor man den Stein umstößt zurückzukehren, statt den ganzen Level neu starten zu müssen.

Natürlich stehen da nun nicht einfach gewöhnliche Dominosteine in Reih und Glied hintereinander, das wäre ja zu einfach. Nein, sie stehen auf verschiedenen Ebenen über- und untereinander, sind durch Lücken voneinander getrennt oder stehen gegenüber der ursprünglichen Fallrichtung. Um all diese und andere Hindernisse umgehen zu können, kommen im Laufe des Spiels einige Spezialsteine dazu, die bestimmte Eigenschaften und Auswirkungen haben und effektiv platziert und eingesetzt werden müssen, um wirklich alle Steine umzuwerfen. Vorher geht die Tür ins nächste Level nicht auf! Es gibt z.B. Steine die bei Aktivierung senkrecht nach oben steigen oder die beim Umfallen eine Brücke zwischen zwei Plattformen bilden. Das ganze erinnert etwas an “Lemmings”, ist aber deutlich unwuseliger.

Das witzige Spiel weiß durch putzige Animationen, sehr schöne Grafik und tollen Sound zu begeistern. Die Steuerung, wahlweise mit Tastatur oder Joystick/Gamepad, funktioniert tadellos. Auch die Rätsel wissen zu fesseln, da sie natürlich nicht leichter werden, je weiter man kommt. Ein simples Passwortsystem mit nur 5 Zahlen sorgt dafür dass man jederzeit dort weitermachen kann, wo man zuvor aufgehört hat.

Sprekken sie Duetsch? (Quelle: atarilegend.com)

Wie bereits erwähnt erschien “Push-Over” mit nur marginalen Unterschieden für MS-DOS, Commodore Amiga 500 und Atari ST. Bei den Konsolen kam leider nur das SNES in den Genuss einer Portierung, in der es aber kein Sponsoring und keine Snacks mehr gab. Allen Versionen gemein ist übrigens der Schreibfehler in der Sprachauswahl (Duetsch statt Deutsch). 1993 erschien mit “One Step Beyond” der offizielle Nachfolger.

Wie so oft blieb dem Spiel eine offizielle Wiederveröffentlichung bisher verwehrt, vermutlich auch aus lizenzrechtlichen Gründen, der Sponsor Smith wurde inzwischen aufgekauft und gehört jetzt in irgendeiner Form zu PepsiCo. Schade, denn an diesem klassischen Puzzler hätten sicher auch heute noch viele Spieler ähnlich viel Freude wie ich!

YesterPlay: Push-Over (Atari ST, Red Rat Software, 1991)

2 Kommentare

  1. Wurde aber auch Zeit, dass du diesen (ich glaube eher weniger bekannten) Titel nachgeholt hast!
    Ich habe Pushover damals am PC unglaublich gerne gespielt. Wie ich genau zu diesem Spiel damals gekommen bin, kann ich zwar nicht genau sagen (Ich kann mich an keinen Originaldatenträger erinnern hüstel), aber ich denke mal, dass er auf ein, zwei Disketten Platz fand. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass Push-Over mit irgendeiner Art Kopierschutz versehen war, aber ich kann mich auch täuschen. Die Pixeloptik ist heute noch nett anzusehen und auch das Spielprinzip macht sicherlich immernoch Spaß!

    1. Ich weiß, ich bin spät dran. Ich habe das Spiel auch schon ewig auf dem Schirm, aber bisher hat sich die Gelegenheit irgendwie nicht ergeben. Das Spielprinzip ist klasse, es ist relativ überschaubar und trotzdem fordernd, genau wie ein guter Puzzler sein sollte. Wäre ein toller Kandidat für ein Remake oder einen Nachfolger.

      Originaldisketten? Wer hatte früher schon Originale? 😉

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